Forschung an den Grundlagen der Musik

Wenn eine zusätzliche Information den Unterschied machen kann

Als Musiker kennst Du vielleicht Situationen, in denen Du genau hörst, wie etwas musikalisch gemeint ist, diese Vorstellung aber nicht ohne Weiteres mit anderen teilen kannst: eine andere Intonation als auf dem Klavier, ein bestimmter Groove, der rhythmische Schwerpunkt oder eine interpretatorische Freiheit.
Die traditionelle Notenschrift bietet dafür eine hervorragende Grundlage. Manchmal kann jedoch eine zusätzliche Information hilfreich sein.
Genau hier setzt meine Arbeit an. Mein Ziel ist es, ein universelles Tonsystem, das sich nicht an den Temperierungen des Klaviers orientiert, praktisch greifbar zu machen.
Dafür habe ich die Notation-A entwickelt – ein modulares System von Ergänzungen zur herkömmlichen Notenschrift. Sie ersetzt die bestehende Notation nicht, sondern erweitert sie dort, wo eine zusätzliche Differenzierung musikalisch sinnvoll sein kann.

Silouette Andreas Rüsing (Foto: Markus Keck)
Foto: Markus Keck
Silouette Andreas Rüsing (Foto: Markus Keck)
Foto: Markus Keck

Forschung an den Grundlagen der Musik

Wenn eine zusätzliche Information den Unterschied machen kann

Als Musiker kennst Du vielleicht Situationen, in denen Du genau hörst, wie etwas musikalisch gemeint ist, diese Vorstellung aber nicht ohne Weiteres mit anderen teilen kannst: eine andere Intonation als auf dem Klavier, ein bestimmter Groove, der rhythmische Schwerpunkt oder eine interpretatorische Freiheit.
Die traditionelle Notenschrift bietet dafür eine hervorragende Grundlage. Manchmal kann jedoch eine zusätzliche Information hilfreich sein.
Genau hier setzt meine Arbeit an. Mein Ziel ist es, ein universelles Tonsystem, das sich nicht an den Temperierungen des Klaviers orientiert, praktisch greifbar zu machen.
Dafür habe ich die Notation-A entwickelt – ein modulares System von Ergänzungen zur herkömmlichen Notenschrift. Sie ersetzt die bestehende Notation nicht, sondern erweitert sie dort, wo eine zusätzliche Differenzierung musikalisch sinnvoll sein kann.

„Welche große Terz ist hier eigentlich gemeint?“

Gerade im A-cappella-Gesang oder bei Streichern kann die Frage nach der Intonation sehr konkret werden.

Auf dem Papier steht eine Terz. In der musikalischen Praxis kann aber eine Terz unglaublich viele Nuacen aufweisen, alle mit ihrem eigenen Ausdruck – abhängig von Harmonie, Melodieverlauf und musikalischem Zusammenhang.

Notation-A kann hier eine zusätzliche Orientierung für die gewünschte Tonbeziehung geben.

Damit lassen sich Fragen, die sonst vor allem über das Hören, Ausprobieren und die Erfahrung des Ensembles geklärt werden, bei Bedarf auch im Notenbild festhalten.

Aus dieser Beschäftigung mit reiner Intonation entstand zugleich eine Möglichkeit, Transpositionen übersichtlicher zu erfassen.

„Welche Terz ist hier eigentlich gemeint?“


Gerade im A-cappella-Gesang oder bei Streichern kann die Frage nach der Intonation sehr konkret werden.
Auf dem Papier steht eine Terz. In der musikalischen Praxis kann aber eine Terz unglaublich viele Nuacen aufweisen, alle mit ihrem eigenen Ausdruck – abhängig von Harmonie, Melodieverlauf und musikalischem Zusammenhang.
Notation-A kann hier eine zusätzliche Orientierung für die gewünschte Tonbeziehung geben.
Damit lassen sich Fragen, die sonst vor allem über das Hören, Ausprobieren und die Erfahrung des Ensembles geklärt werden, bei Bedarf auch im Notenbild festhalten.
Aus dieser Beschäftigung mit reiner Intonation entstand zugleich eine Möglichkeit, Transpositionen übersichtlicher zu erfassen

Alle kennen den Rhythmus – aber wie bekommen wir denselben Groove?

Besonders im Jazz, Pop, Musical oder Chanson ist die notierte Rhythmik nicht selten weit entfernt von dem, was tatsächlich gespielt wird. Oft reichen Musikern auch wenige Anhaltspunkte für hervorragende Improvisationen. Die Notation-A kann einige wesentliche Angaben zum Beispiel in Lead-Sheets, Partituren oder Stimmen ergänzen.

Wo liegt der eigentliche Schwerpunkt?
Was ist der musikalische Grundpuls?
Wo ist der Rhythmus präzise festgelegt und wo darf er frei behandelt werden?

So kann eine musikalische Vorstellung, die sonst im Gespräch oder beim gemeinsamen Ausprobieren vermittelt werden müsste, bei Bedarf direkt an der entsprechenden Stelle der Notation ergänzt werden.

Alle kennen den Rhythmus – aber wie bekommen wir denselben Groove?


Besonders im Jazz, Pop, Musical oder Chanson ist die notierte Rhythmik nicht selten weit entfernt von dem, was tatsächlich gespielt wird. Oft reichen Musikern auch wenige Anhaltspunkte für hervorragende Improvisationen. Die Notation-A kann einige wesentliche Angaben zum Beispiel in Lead-Sheets, Partituren oder Stimmen ergänzen.
Wo liegt der eigentliche Schwerpunkt?
Was ist der musikalische Grundpuls?
Wo ist der Rhythmus präzise festgelegt und wo darf er frei behandelt werden?
So kann eine musikalische Vorstellung, die sonst im Gespräch oder beim gemeinsamen Ausprobieren vermittelt werden müsste, bei Bedarf direkt an der entsprechenden Stelle der Notation ergänzt werden.

Ich möchte nicht nur wissen, was ich spielen soll, sondern verstehen, wie es funktioniert.

Das ist besonders für den Unterricht interessant.

Musik lässt sich leichter erfassen, wenn ihre inneren Zusammenhänge deutlich werden: Was muss ich ändern, damit die Musik bei mir weniger buchstabiert klingt? Was fehlt mir, dass Jazz wirklich nach Jazz klingt? Und an welchen Stellen entsteht die Lebendigkeit gerade dadurch, dass ein Musiker Gestaltungsspielraum hat?

Notation-A kann solche Aspekte als zusätzliche Information im Notenbild kennzeichnen.

Damit lässt sich ein musikalisches Stück nicht nur spielen, sondern auch gezielt untersuchen und besprechen.

Und es regt an, manches mal anders zu denken.

Ich möchte nicht nur wissen, was ich spielen soll, sondern verstehen, wie es funktioniert.


Das ist besonders für den Unterricht interessant.
Musik lässt sich leichter erfassen, wenn ihre inneren Zusammenhänge deutlich werden: Was muss ich ändern, damit die Musik bei mir weniger buchstabiert klingt? Was fehlt mir, dass Jazz wirklich nach Jazz klingt? Und an welchen Stellen entsteht die Lebendigkeit gerade dadurch, dass ein Musiker Gestaltungsspielraum hat?
Notation-A kann solche Aspekte als zusätzliche Information im Notenbild kennzeichnen.
Damit lässt sich ein musikalisches Stück nicht nur spielen, sondern auch gezielt untersuchen und besprechen.
Und es regt an, manches mal anders zu denken.

Wie kann ich notieren, was zwischen den Noten passiert?

Gerade in Neuer Musik gibt es musikalische Vorgänge, die sich mit einzelnen notierten Tönen nur schwer beschreiben lassen. Ein Beispiel dafür sind Slides zwischen definierten Tonhöhen.

Notation-A eröffnet hier eine besondere Möglichkeit: Es lassen sich eigene Liniensysteme mit individuell definierten Tonhöhen-Zuweisungen entwickeln. Die Zeichen legen dabei fest, welche Tonhöhen auf den Linien liegen – und zwischen diesen Linien entsteht ein eigener musikalischer Raum.

So kann beispielsweise präzise festgelegt werden, wie sich ein Ton von einer Tonhöhe zur nächsten bewegt. Die Bewegung muss dabei nicht zwischen zwei benachbarten Halbtönen stattfinden. Ausgangs- und Zielpunkt können ebenso durch Terzen, Quarten oder andere frei gewählte Intervalle bestimmt werden.

Ein Slide kann damit nicht einfach nur als „gleitender Übergang“ bezeichnet werden. Sein musikalischer Verlauf wird innerhalb eines definierten Tonhöhenraums beschreibbar.

Das eröffnet eine Notationsmöglichkeit für musikalische Vorgänge, bei denen nicht nur die Zieltonhöhen von Bedeutung sind, sondern gerade das, was zwischen ihnen geschieht.

Ähnliches wird rhythmisch möglich, indem Töne frei zwischen genau definierten Rhythmen platziert werden können.

Wie kann ich notieren, was zwischen den Noten passiert?


Gerade in Neuer Musik gibt es musikalische Vorgänge, die sich mit einzelnen notierten Tönen nur schwer beschreiben lassen. Ein Beispiel dafür sind Slides zwischen definierten Tonhöhen.
Notation-A eröffnet hier eine besondere Möglichkeit: Es lassen sich eigene Liniensysteme mit individuell definierten Tonhöhen-Zuweisungen entwickeln. Die Zeichen legen dabei fest, welche Tonhöhen auf den Linien liegen – und zwischen diesen Linien entsteht ein eigener musikalischer Raum.
So kann beispielsweise präzise festgelegt werden, wie sich ein Ton von einer Tonhöhe zur nächsten bewegt. Die Bewegung muss dabei nicht zwischen zwei benachbarten Halbtönen stattfinden. Ausgangs- und Zielpunkt können ebenso durch Terzen, Quarten oder andere frei gewählte Intervalle bestimmt werden.
Ein Slide kann damit nicht einfach nur als „gleitender Übergang“ bezeichnet werden. Sein musikalischer Verlauf wird innerhalb eines definierten Tonhöhenraums beschreibbar.
Das eröffnet eine Notationsmöglichkeit für musikalische Vorgänge, bei denen nicht nur die Zieltonhöhen von Bedeutung sind, sondern gerade das, was zwischen ihnen geschieht.
Ähnliches wird rhythmisch möglich, indem Töne frei zwischen genau definierten Rhythmen platziert werden können.

Könnte man das nicht direkt in der Partitur festhalten?

In der Einstudierung kann es sehr hilfreich sein, bestimmte Informationen nicht nur mündlich zu vermitteln, sondern sie direkt bei der entsprechenden Stelle zu vermerken.

Zum Beispiel:

  • der dirigierte Grundschlag
  • rhythmische Schwerpunkte
  • der Textrhythmus
  • bestimmte interpretatorische Freiheiten
  • weitere Hinweise, die für die gemeinsame Gestaltung eines Werkes relevant sind

Notation-A kann solche Angaben als Ergänzung in eine bestehende Partitur aufnehmen.

Gerade bei komplexeren Einstudierungsprozessen kann dadurch eine gemeinsame musikalische Vorstellung leichter nachvollziehbar und reproduzierbar werden.

Könnte man das nicht direkt in der Partitur festhalten?


In der Einstudierung kann es sehr hilfreich sein, bestimmte Informationen nicht nur mündlich zu vermitteln, sondern sie direkt bei der entsprechenden Stelle zu vermerken.
Zum Beispiel:
der dirigierte Grundschlag
rhythmische Schwerpunkte
der Textrhythmus
bestimmte interpretatorische Freiheiten
weitere Hinweise, die für die gemeinsame Gestaltung eines Werkes relevant sind
Notation-A kann solche Angaben als Ergänzung in eine bestehende Partitur aufnehmen.
Gerade bei komplexeren Einstudierungsprozessen kann dadurch eine gemeinsame musikalische Vorstellung leichter nachvollziehbar und reproduzierbar werden.

Von der musikalischen Praxis zur Forschung


Diese Fragen sind aus meiner jahrzehntelangen Arbeit mit Chören, Sängerinnen und Sängern, Instrumentalisten, Ensembles und im Unterricht entstanden.

Mir geht es nicht darum, die bestehende Notenschrift zu ersetzen, sondern darum, zusätzliche Informationen für die musikalische Praxis verständlich und unmittelbar nutzbar darzustellen.

Notation-A ist daraus als modulares System entstanden. Die Arbeit verbindet Musiktheorie, Wahrnehmung und Praxis – von Tonhöhen und Intervallen über Rhythmus und musikalische Freiheit bis zu Interpretation und Improvisation.

Die Ergebnisse fließen derzeit in mein Buch „Jenseits des Klaviers – Das universelle Tonsystem und seine praxistaugliche Notierung“ ein. Darin verbinde ich theoretische Grundlagen mit praktischen Beispielen und zeige, wie sich musikalische Beziehungen jenseits der gewohnten temperierten Ordnung differenziert beschreiben, erfahren und notieren lassen.

Die Veröffentlichung ist für April 2027 geplant.


Hier gibt es die Möglichkeit das Buch „Jenseits des Klaviers – Das universelle Tonsystem und seine praxistaugliche Notierung“ vorzubestellen.